{"id":401,"date":"2012-09-07T16:00:07","date_gmt":"2012-09-07T16:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.harrietgross.com\/?p=401"},"modified":"2012-09-22T16:37:06","modified_gmt":"2012-09-22T16:37:06","slug":"blase-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.harrietgross.com\/?p=401","title":{"rendered":"&#8222;BLASE&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.harrietgross.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/blase.png\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-413\" title=\"blase\" src=\"http:\/\/www.harrietgross.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/blase-300x141.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"141\" srcset=\"http:\/\/www.harrietgross.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/blase-300x141.png 300w, http:\/\/www.harrietgross.com\/wp-content\/uploads\/2012\/09\/blase.png 848w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> <strong>Ausstellungser\u00f6ffnung:<\/strong><br \/>\nFreitag, den 7. September 2012 um 19 Uhr<\/p>\n<p>8. September 2012 \u2013 13. Oktober 2012<\/p>\n<p>\u00d6ffnungszeiten: Donnerstag \u2013 Samstag, 14 \u2013 19 Uhr<br \/>\nund nach Vereinbarung (tel. +49.30.76 23 63 76)<\/p>\n<p>In der aktuellen Doppelausstellung mit dem Titel &#8222;Blase&#8220; werden die neuesten Arbeiten von <strong>Harriet Gro\u00df<\/strong> und <strong>Maja Rohwetter<\/strong> ein filigranes und atmosph\u00e4risches Energiefeld erzeugen, das sich in Harriet Gro\u00df&#8216; Exponaten vorrangig im Zwischenbereich von sinnlicher Objektwelt und dem mentalen Bereich bewegt, wohingegen es sich in Maja Rohwetters fiktionalen Bildwelten in der Verdichtung von realer Au\u00dfenwelt und Virtualit\u00e4t aufbaut.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die &#8222;Blase&#8220; steht mit ihrer H\u00fclle, \u00e4hnlich dem Ei, wie es Peter Sloterdijk in Band 1 seiner Trilogie &#8222;Sph\u00e4ren&#8220; mit dem Titel &#8222;Blasen&#8220; beschreibt, &#8222;mit ihren Membranen, Gallerth\u00fcllen oder Schalen, f\u00fcr das Prinzip Grenze; sie schlie\u00dfen das Innere gegen das \u00c4u\u00dfere ab; zugleich erlauben sie hochselektive Kommunikationen zwischen Ei und Umwelt &#8211; etwa Feuchtigkeitsaustausch und L\u00fcftung. Als materialisierte Unterscheidungsinstanzen zwischen Innen und Au\u00dfen fungieren Schalen und Membranh\u00e4ute somit als Medien im Grenzverkehr.&#8220; (*1)<\/p>\n<p><strong>Harriet Gro\u00df<\/strong>\u00a0untersucht auf k\u00fcnstlerischem Wege die Bedingungen unserer kognitiven Wahrnehmung und fokussiert deren Filter, Schwellen und Grenzen, die bei biologischen \u00dcbertragungsmedien als sogenannte Transmitter (*2) im Verarbeitungsprozess auf neuronaler Ebene zum Einsatz kommen. Diese haben sowohl Einfluss auf unser Bewusstsein und unsere Realit\u00e4tswahrnehmung als auch auf die Sprach-und Gestaltungssynthese, die als das Kommunikations- und \u00dcbertragungsmedium nach au\u00dfen fungiert.<\/p>\n<p>So erinnert Ihre aktuelle Gesamtinstallation im Ausstellungsraum an ein \u00fcberdimensionales, synapsenartiges Gebilde (*2), das sich aus\u00a0 blasenartigen Glasgef\u00e4\u00dfen, Zeichnungen auf Papier und Wand, einer Soundinstallation und ihren bekannten &#8222;Metallcutouts&#8220; aus schwarzem Aluminium (black wrap) zusammensetzt. Mit dieser lichtundurchl\u00e4ssigen Filmfolie gibt sie ihren Scherenschnitten Plastizit\u00e4t und Formbarkeit. Sie bilden feste Schablonen unserer unbewu\u00dften Raster- und\u00a0 Filtersysteme, lassen aber dabei immaterielle Schattengebilde dieser Prozesse zu.<\/p>\n<p>Zu sensibilisieren, Sinne zu sch\u00e4rfen sowie gewohnte Verhaltensmuster in Frage zu stellen und der Kanonisierung von Denk- und Verhaltensweisen entgegenzuwirken, ist ein Hauptanliegen der K\u00fcnstlerin. Im filigranen Erlebnisfeld und energetischen Zwischenraum der Arbeiten, kann der Besucher mehrere Perspektiven einnehmen und sich der Bedeutung von Bewusstseinsbildung und Realit\u00e4tskonstruktion auf sinnliche Art und Weise n\u00e4hern.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Harriet Gro\u00df bewegt sich\u00a0<strong>Maja Rohwetter\u00a0<\/strong>auf ihrer Forschungsreise \u00fcber Realit\u00e4tskonstruktionen in Raum und Zeit, sph\u00e4risch eher in einem blasenartigen Vakuum mit einer zentralen Dynamik und der unendlichen Fluchtperspektive der virtuellen Bildproduktionsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>In den \u00dcbergangszonen, Randbereiche und Bruchstellen der vereinfachenden Konstruktionen virtuell dargestellter 3D R\u00e4ume in Computerspielen entdeckt sie das Potential, um ihre Vorstellungen von einem aktuellen umfassenden Realit\u00e4tsbegriff, der das Zusammenspiel von Virtualit\u00e4t und Realit\u00e4t thematisiert, mit den Mitteln der Malerei jeweils neu auszuloten.<\/p>\n<p>In der aktuellen Ausstellung zeigt die 3D- Animation \u201esomething somewhere\u201c eine Kamerafahrt in die Tiefen des malerischen Bildraums, der sich von kristallinen Fl\u00e4chen zur Tunnelfahrt durch Pinselspuren gestalten kann.\u00a0Die Gem\u00e4lde basieren auf visuellen Ph\u00e4nomenen in 3D Welten.<\/p>\n<p>&#8222;Unter Bedingungen der neuen Medien und Computertechnologien hat das sprechende Sein, das man Mensch nennt, Abschied genommen von einer Welt, die durch Repr\u00e4sentation geordnet war &#8211; und das hei\u00dft eben auch: Abschied genommen von einem Denken, das sich selbst als Repr\u00e4sentanten der Au\u00dfenwelt verstand. Die gadgets der Informationsgesellschaft sind das unhintergehbare historische Apriori unseres Weltverhaltens; Programme haben die sogenannten Naturbedingungen der M\u00f6glichkeit von Erfahrung ersetzt&#8220; (*2).<\/p>\n<p>F\u00fcr Norbert Bolz hat sich somit ebenso wie f\u00fcr Maja Rohwetter die Videowelt von der Newtonwelt emanzipiert.<\/p>\n<p>Maja Rohwetter macht uns auf beeindruckende Art und Weise bewusst, dass unsere Wahrnehmung und Wirklichkeit aus Br\u00fcchen besteht und wir uns auf mehreren Realit\u00e4tsbenen zu orientieren haben, die in zunehmendem Ma\u00dfe medial gepr\u00e4gt werden, wir aber, im Spiel mit der Wahlfreiheit der Dimensionen, selbst unsere Realit\u00e4t konstruieren (m\u00fcssen).<\/p>\n<p>Indem sie mit den Mitteln des \u00e4lteren Mediums Malerei die neu hinzukommenden Medienrealit\u00e4ten hinterfragt, arbeitet Maja Rohwetter eher auf einen zentrifugalen unendlichen Fluchtpunkt innerhalb der &#8222;Blase&#8220; hin, w\u00e4hrend Harriet Gro\u00df` k\u00fcnstlerische Forschungsarbeit sich bez\u00fcglich des Begriffs &#8222;Blase&#8220; \u00a0eher in einer Expansion und schaumartigen Verbindung sich ver\u00e4ndernder Kapseln als Formbildung von Immateriellem nach Au\u00dfen zeigt<\/p>\n<p>Die Ausstellung bietet somit erfahrungsreiche atmosph\u00e4rische Landschaften in unterschiedlichen Dimensionen, die einerseits blasenartige mentale Konstrukte und andererseits unsere mediengepr\u00e4gten Realit\u00e4tsebenen k\u00fcnstlerisch erforschen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!<\/p>\n<p>(*1) Peter Sloterdijk, &#8222;Sph\u00e4ren 1, Blasen&#8220;, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1998, Seite 332<br \/>\n(*2) Norbert Boltz, &#8222;Chaos und Simulation&#8220;, Wilhelmn Fink Verlag, M\u00fcnchen, Seite 130<\/p>\n<p>\u00a9 Marcus Kettel 2012<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 24px;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellungser\u00f6ffnung: Freitag, den 7. September 2012 um 19 Uhr 8. September 2012 \u2013 13. 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