{"id":886,"date":"2015-08-20T20:07:43","date_gmt":"2015-08-20T20:07:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.harrietgross.com\/?page_id=886"},"modified":"2015-08-20T20:07:43","modified_gmt":"2015-08-20T20:07:43","slug":"harriet-gross-corium-poetry","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.harrietgross.com\/?page_id=886","title":{"rendered":"Harriet Gro\u00df &#8211; Corium Poetry"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b><span style=\"font-size: large;\">Harriet Gro\u00df<\/span> . Corium Poetry<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">30.04.2011 \u2013 28.05.2011<\/span><\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Harriet Gro\u00df arbeitet mit Metallfolie in Schwarz, Papier in Wei\u00df, Sicherheitsgurten, Schn\u00fcren und Glasobjekten. In raumbezogenen Installationen arrangiert sie ihre Arbeiten zu Gruppen und Konstellationen. Man k\u00f6nnte sagen sie zeichnet im Raum. Oder : man k\u00f6nnte sagen ihre Arbeiten sind im Raum unterwegs.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In langen Arbeitsprozessen schneidet sie feinste Strukturen aus der Metallfolie, gleich Scherenschnitten oder Schattenspielen. Doch welche Geduld und <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">A<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">kribie ist hier zu Gange! Schnell wird deutlich, dass es sich nicht etwa um manische Flei\u00dfarbeit handelt. Die an dem Motiv verbrachte Zeit ist kein selbstqu\u00e4lerisches Abarbeiten. Die Herstellungszeit entspricht vielmehr genau der Dauer, diese Sache oder Gegebenheit freizulegen, die die K\u00fcnstlerin ins Visier genommen hat. Sie umgeht damit oberfl\u00e4chlicher Effektivit\u00e4t und erreicht h\u00f6chste Effizienz.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mit dem Cutter aus Metallfolie ausschneiden, die feinst m\u00f6gliche Haarlinie ziehen. Was hier bearbeitet wird ist nicht das Motiv oder dessen Negativ, sicher, beim Schneiden bleibt etwas \u00fcbrig und etwas f\u00e4llt weg, aber der Vorgang des Ritzens ist die Beschreibung einer Grenze und ob am Ende das Loch das Motiv ist oder das Restmaterial, bleibt unergr\u00fcndbar wechselnd. Harriet Gro\u00df beschreitet und beschreibt Grenzen und wenn wir dann genau hinschauen und ihr folgen, erkennen wir, dass diese Grenze ein multidimensionaler Raum ist, ineinander verschr\u00e4nkt, ein Klumpen aus Grenzen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die K\u00fcnstlerin beobachtet wie das Denken zum Machen wird, oder etwas diese Schwelle \u00fcbertritt, zwischen Realit\u00e4ten oder Welten. Dieser Bereich, an dem sich Wechsel einstellt. Meist sind dies kurze Momente, die wir kaum beachten, wir betreten einen Raum, bl\u00e4ttern eine Seite im Buch um oder treten aus der Bahn auf die Stra\u00dfe. Unbemerkt wechseln wir K\u00f6rperhaltung, Denkrichtung und Wesensinhalt. Mehr denn je huschen wir durch Welten und multiplizieren unsere Identit\u00e4ten.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Schwelle ist meist nur eine Linie, eine kleine Ritze oder eine Falte. Schnell durchschritten, \u00fcbergangen, durchquert. Sie macht keinen L\u00e4rm oder fordert uns, au\u00dfer es handelt sich um eine sich str\u00e4ubende Schiebet\u00fcr. Wir sind unterwegs, manchmal rastlos, beschleunigen, bremsen, wir sind im Fluss. Doch halt, machen wir eine Pause, einen Zwischenstopp auf diesem schmalen Grat zwischen zwei Welten. Genau an diesem Punkt, wo das, was war, vergeht und das, was kommt, aufscheint. Wenn wir dies tun, treffen wir garantiert auf Harriet Gro\u00df. Sie hat sich hier ihre Zone eingerichtet, ihr Forschungslabor.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Scheinbar fassbar f\u00fchrt uns die K\u00fcnstlerin \u00fcber Polarit\u00e4ten in ihre Zone: Schwarz\/Weiss, Material\/Loch, Linie\/Fl\u00e4che, Fl\u00e4che\/Raum, Abstraktion\/Gegenst\u00e4ndlichkeit. Doch Vorsicht! Ein Spinnennetz ist auch keine Fl\u00e4che, sondern eine Ebene mit t\u00f6dlicher Tiefe, nur dass die K\u00fcnstlerin uns nicht verputzt, aber gleichwohl lockend einnimmt. Das was aussieht wie ein klares Bekenntnis zum Ja und Nein, zum Sein und Nichtsein oder mathematisch zur Null und zur Eins, entpuppt sich als Auff\u00e4cherung von unendlichen M\u00f6glichkeiten, in einem Schmelztiegel der Aufl\u00f6sung.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Schon hasten wir nach Sicherheiten, Wiedererkennung, Wissen. Und die K\u00fcnstlerin auch. Sie stattet uns mit Motiven aus. Silhouetten, Schatten und Horizonten. Wurzeln, Antennen, Kameras, Pflanzen, Schuhen, Landschaften, Architekturfragmenten, M\u00f6beln \u2013 Gl\u00fcck gehabt! Vorerst. Denn immer noch befinden wir uns im Grenzbereich und hier entfaltet sich die wahre Dimension der wunderbaren Arbeiten von Harriet Gro\u00df. Wir wandern so am Erwartungshorizont entlang <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">und wieder passiert es, dass das Bild, das Wiedererkennen, die Erinnerung zum Raum wird. Und was f\u00fcr einer, Etwas w\u00e4chst nach unten, anderes sendet zum Himmel, Dinge, die uns beobachten, uns tragen, vorw\u00e4rts, seitw\u00e4rts, in alle Richtungen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">W\u00e4ren Harriet Gro\u00df<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">&#8218; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Arbeiten Fabriken, w\u00fcrde dort gebohrt, angereichert, entwickelt, geforscht, veredelt, herau<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">s<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">geputzt, verwoben, durchdrungen und umrissen. Es w\u00fcrde ein Produkt entstehen, welches so etwa Raumweltdichteerkundungswerkzeuganleitungserzeuger hie\u00dfe. Mit ihm <\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">lie\u00dfen sich feine F\u00e4den spinnen. Wir setzten es an die schwellen unserer Lebensr\u00e4ume. Die Schwellen schw\u00f6llen. Zuerst unbemerkt z\u00f6ge sich ein feines Gespinst hindurch, um uns am Ende die Vielheit im Nichts zu zeigen. Allerdings bliebe auch nichts mehr am Platz.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wir k\u00f6nnten aber \u00fcber eine unvoreingenommene Strukturanalyse des Zwischenraums die Restrisiken unseres Lebensraumes neu bewerten und k\u00e4men zu dem Ergebnis, dass sich in jeder Falte und Schwelle unseres Raums und unserer Zeit eine unendliche F\u00fclle auftut. Sich darauf einlassen, erfordert den Verlust von bekannter Sicherheit und Struktur. Doch die Handlungsanweisung der K\u00fcnstlerin, der wir hier folgen sollten, hei\u00dft:beherzte Akribie im Machen, dabei Wurzeln schlagen, nach oben senden, den Sicherheitsgurt einrollen und gegen Laufschuhe eintauschen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Daniel Kerber<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">2011.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harriet Gro\u00df . Corium Poetry 30.04.2011 \u2013 28.05.2011 Harriet Gro\u00df arbeitet mit Metallfolie in Schwarz, Papier in Wei\u00df, Sicherheitsgurten, Schn\u00fcren und Glasobjekten. In raumbezogenen Installationen arrangiert sie ihre Arbeiten zu Gruppen und Konstellationen. 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